Juli 2008


Ja, da Herr Thilo Sarrazin, seines Zeichens Berliner Finanzsenator wieder den ganz großen Wurf gelandet. Nach seinen Empfehlungen zur Streichung der Pendlerpauschale – soll doch jeder sehen, wie er zur Arbeit kommt – und den Empfehlungen für Hartz-IV-Empfänger – auch für 4,20 EUR kann man sich gesund und abwechslungsreich ernähren – kommt nun die ultimative Sparempfehlung hinsichtlich der ausufernden Energiepreise: Zieht einen Pullover an.

Ach nee. Da sind schon Generationen vor uns drauf gekommen.

Leider ist es damit nicht getan. Ein Pullover reicht nicht, viele warme Kleidungsstücke sind nötig, um es bei 16°C im Winter in der Wohnung auszuhalten. In unserem Haus wohnt eine Rentnerin, die im Winter erst gegen 10 Uhr aufsteht und abends früh zu Bett geht, nur weil sie die Energiekosten in den vergangenen 2 Jahren schon kaum zahlen konnte und bereits an der Beleuchtung sparen musste. Sie hat ihr Leben lang gearbeitet und die Rente reicht hinten und vorn nicht. Und solch einer Frau wird gesagt, sie solle einen Pullover anziehen, das ist wirklich der Hohn. Hr. Sarrazin hat keine Ahnung, wie ein Rentner, ein Hartz-IV- oder Sozialhilfeempfänger wirklich leben muss.

Ja, eigentlich ist dies ein Strickblog, aber das musste mal raus. Eine andere Bloggerin hat zum Stricken für Sarrazin aufgerufen und mich zu diesem Post inspiriert.

Ich rufe zum Stricken für die wirklich Bedürftigen auf und werde in diesem Jahr einige Paare Socken für die Kinder der Arche stricken, auf jeden Fall.

Das habe ich vor geraumer Zeit hier gefragt und mehr Fragen als Antworten erhalten. Dieser Post ist jedoch der mit dem meisten Traffic, so dass ich dieses Problem nunmehr an die Fachfrau weitergegeben habe.

Hier kamen zum Verstricken der Plötulopi folgende Hinweise:

Hallo Frau B.,

so macht das Stricken natürlich keinen Spaß!

Die Plötulopi ist eine ganz typisch isländische Wolle, aber genau wegen des Problems, daß Sie ständig reißt und schwierig zu verarbeiten ist, haben wir sie nicht ins Programm genommen.

Die Plötulopi zweifach hat ja in etwa Lettlopistärke, und dreifach Lopistärke.

Die Wolle wickele ich auch immer vorher locker auf einen Knäuel, um sie dann davon direkt abzustricken.

Meistens verarbeite ich sie dreifach für einen Islandpullover. Die Plötulopi sollte man unbedingt locker verarbeiten, wenn man fest strickt wird es schon schwieriger. Durch die Verarbeitung wird die Wolle stabiler. Schon nach dem Aufwickeln habe ich im allgemeinen mehr Stabilität.  Das Strickstück ist mir danach noch nie aufgegangen, und ich stricke schon seit 25 Jahren damit.

Der Bequemlichkeit halber nehme ich inzwischen lieber die Lopi.

Falls die Plötulopi mal reißt, was passieren kann, da sie nur leicht versponnen ist, kann man die Fäden übereinander legen, zwischen den Fingern verdrehen (Verspinnen), und so den Wollfaden wieder verbinden.

Viieleicht hat diese Info etwas geholfen. Viele Erfolg beim neuen Projekt wünscht

T. S.

Ja, vielen lieben Dank für die schnelle Beantwortung der Frage.
Wahrscheinlich war und ist mein Fehler nun, dass ich zu fest gewickelt habe und auch fest stricke. Außerdem habe ich mich beim Faden-verbinden, nachdem dieser gerissen war, einfach zu doof angestellt. In der Theorie habe ich jedoch die Verarbeitung von Plötulopi schon richtig verstanden.

Socken 09/2008 (2)

Socken 09/2008 (2)

Und weiter gehts. Angestrickt habe ich gerade die Socken 09/2008.

  • Wolle: Regia Tweed- 6fädig, grau (nicht beige, die Farbe des Scans stimmt nicht)
  • Nadeln Stärke 3,0, 13 Maschen pro Nadel, insgesamt also 52
  • begonnen an der Spitze mit einem Rechteck 10 Maschen x 12 Reihen und Nadeln Stärke 2,5
  • selbst ausgedachtes Strukturmuster aus rechten und linken Maschen und Runden
  • für ….. eigentlich für die Schwiegermutter, aber … mal sehen, vielleicht auch für mich
Socken 09/2008

Socken 09/2008

Da sind sie nun fertig, die Socken 08/2008.

  • Wolle: selbstgefärbte Sockewolle mit Bambus von Christiane (danke nochmal!)
  • selbstentworfenes Zopfmuster
  • an der Spitze mit einem Rechteck begonnen
  • Größe: 38

für mich

Socken 08/2008

Socken 08/2008

Socken 08/2008 (2)

Socken 08/2008 (2)

Sockenwolle mit Bambus ist auf jeden Fall ein tolles Material. Es verstrickt sich gut, ist schön weich und dehnbar. Dieses Material werde ich auf jeden Fall nochmal verstricken oder/und selbst färben.

Danke, danke, danke lieber Julius. Das ist genau das Richtige, ein estnisches Sockenmusterbuch mit 60 Vorschlägen für farbige Einstrickmuster, etwas Traditionelles mit vielen Bildern und Charts. Die Modelle kann man trotz Sprachunkenntnis gut nachstricken und auch abwandeln. Danke !!

Sokiraamat

Sokiraamat

Das Wollschaf fragt:

ich sitze sehr oft vor Anleitungen, bei denen große Passagen des Strickstückes glatt rechts gestrickt werden. Ich möchte auch gern solche Modelle nacharbeiten aber bei mir sieht ein glatt rechts gestricktes Strickstück sehr ungleichmäßig aus, weil ich die Maschen sind total unregelmäßig abstricke. Ich versuche auch immer alles ordentlich straff
zu ziehen aber es hilft nichts.
Wie gelingt es euch, ein sauberes Maschenbild zu erzielen. Gibt es irgendwelche Tricks und Kniffe, die mir das leben erleichtern würden. Ich würde mich über jede Hilfestellung freuen.

Vielen Dank an Manja für die heutige Frage!

Ja, das kommt auch auf die Wolle an, manche Wolle verstrickt man ungleichmäßiger als andere. Vielleicht sollten die ersten Strickstücke aus ungleichmäßiger Wolle gestrickt werden, bis die nötige Routine einkehrt. Außerdem wird das Gestrick gleichmäßiger, wenn man in Runden strickt – soweit es geht – und nicht hin und her. Ansonsten hilft nur üben, üben, üben.

Nigella Lawson

Nigella Lawson

2  DVDs der Koch-Queen Nigella Lawson, für dich mein lieber Julius. Die sind klasse. Naja, da ist ein bisschen holländisch, nur auf dem Cover, naja, und wenn du die Untertitel ausschaltest ist alles englisch, wirklich, die sind toll.

Mitgebracht habe ich auch zwei Riesenknäuel à 500 Gramm Aran-Wolle für – klar – einen Aran-Pullover:

Aran-Wolle

Aran-Wolle

100 % Wolle, die riechen noch nach Schaf, sind aber bei 40°C in der Maschine waschbar. Ich freu mich schon auf den Aran-Pullover, den ich daraus stricken werde.

Natürlich habe ich im Urlaub auch nach Strickzeitschriften Ausschau gehalten und bin Glasgow fündig geworden:

diverse Strickzeitschriften

diverse Strickzeitschriften

Beigepackt waren außerdem 2 kleine Extraheftchen zum Thema Häkel, eins zum Thema Baby (naja) und Häkel- und Stricknadeln aus Bambus. Da muss man ja zuschlagen.

Mein absolutes Lieblingsheft ist die neue Knit today:

Knit Today

Knit Today

Da sind schöne Modelle drin, das Heft ist gut strukturiert und ein Artikel ließ mich völlig dahinschmelzen. Da möchte ein Frau aus Altersgründen eine Farm auf der Isle of Skye verkaufen. Sie färbt dort Wolle mit Naturfarben und verkauft diese übers Internet und im eigenen Shop. Ich komme ! – Naja, vermutlich will sie viel Geld für die Farm haben, aber ein Traum wärs schon.

Mein Lieblingsmodell aus dem Heft ist übrigens dieses:

Marienkäferschuhe

Marienkäferschuhe

Die passen an kleine und große Füße, gefilzt kann ich mir die auch gut vorstellen, oder in Abwandlung, etwas das Modell Biene Maja .

Das Wollschaf fragte:

Bei meinen ersten Toe-up-Socken ist es mir beim Abketten passiert, dass der Rand zu fest wurde und ich nicht mehr in die Socke kam. Wie löst ihr das? Habt ihr eine spezielle Abketttaktik für Toe-up-Socken?
Vielen Dank an Ina für die heutige Frage! (Rechtschreibung und Grammatik korrigiert)

Liebes Wollschaf, ich habe bislang die Maschen immer so abgestrickt, wie sie erscheinen, also bei zwei rechts/zwei links habe ich die beiden rechten Maschen zusammengestrickt, die entstandene Masche von der rechten Nadel auf die linke genommen und diese dann mit der folgenden Masche links zusammengestrickt, die entstandene Masche wieder auf die linke Nadel geschoben und mit der nächsten Masche wieder links zusammengestrickt usw. entscheidend, ob rechts oder links zusammengestrickt wird, ist die erste Masche der linken Nadel. Da muss man nicht unbedingt sehr locker stricken, denn re/li dehnt sich eh besser.

Angetan bin ich von den anderen Antworten in den Blogs, so hat mich das italienische Abnähen entzückt, liebe ich doch den italienischen Anschlag bei „normalen Socken.

Die Methode mit dem doppelten Abstricken habe ich nicht ganz verstanden, jedoch werde ich auch dies mal versuchen.

L.G. Silke

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