Mai 2008


war die Welt noch in Ordnung. Der Kater weckt mich und bekommt um kurz nach 6 Uhr sein Frühstück. Irgendwie konnte ich nicht mehr schlafen, stehe also auf und lasse Miezinger auf den Balkon. Dort kann er Morgenluft schnuppern und nach Fliegen, Fledermäusen, Käfern und Vögeln gucken. Ich gehe derweil zum Bäcker, der ist bei uns im Haus.

Zurückgekehrt in die Wohnung ist nichts mehr in Ordnung: Kater sitzt mit wirrem Blick auf der Balkonbrüstung und geiert nach einem uns zugeflogenem Wellensittich, der auf der Wäscheleine des Balkons sitzt. Die Beute seines Lebens. Der Wellensittich hingegen ahnt nichts von der Gefahr oder hält sich für unsterblich. Er flattert rum, versucht auf den Balkonkästen zu landen und irgendwas zu picken. Sorry, Miezinger, da konnte ich nicht mehr zusehen. Also wurde der Kater in die Wohnung verbannt, ins hintere Zimmer , von wo aus er noch die Beute und den inzwischen geweckten und vogeleinfangenden Hausherrn beobachten konnte. Der Kater hatte noch immer die Hoffnung, dass die Beute für ihn gefangen wird. Also wurde der  Vogel eingefangen, durchs Katzennetz in die Freiheit bugsiert und was macht das Vieh: Na klar, dreht eine Runde in der Freiheit und kommt zurück auf unseren Balkon. Die Nerven liegen blank. Was macht man als Katzenbesitzer mit einem zugeflogenen Wellensittich ?

Es war noch immer morgens um 7 Uhr, keiner der Nachbarn wollte sicherlich um diese Zeit gefragt werden, ob er einen Vogel vermisst, und wenn doch, traf dieses ja nur auf eine Mietpartei von ca. 300 in unseren beiden Hochhäusern zu. Toll, also runter zum Bäcker und die Verkäuferin nach potenziellen Besitzern von flüchtigen Vögeln befragt. Diese konnte einen verdächtigen Hausbewohner beschreiben, kannte jedoch den Namen nicht. Dann stellte sich heraus, dass sie selbst schonmal einen Wellensittich hatte, dieser verstorben sei und sie eigentlich schon länger wieder gern wieder einen hätte. Sie würde ihn also nehmen. Juhu ! Mir fällt ein Stein vom Herzen. Also haben wir wieder den Vogel eingefangen, in eine Kiste gesperrt, zur Bäckersfrau gebracht und zwei Stunden später, als wir uns nach dem Befinden erkundigen wollten, saß dieser schon in einem Vogelbauer, versorgt mit Wasser und Körnern in Bäckerladen um sodann mit der Bäckersfrau in Freude und Eintracht nach Hause zu fahren. Und wenn sie nicht gestorben sind ….. Uff

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… habe ich mich über die Wolle von Christiane . Ich habe die Restwolle ihres CPH gegen ein Überraschungspaket ertauschen können. Richtige Wolle von richtigen Schafen und handgefärbt.

Ja, ursprünglich sollte daraus ein Pullunder oder eine Weste – vorn zum knöpfen – werden. Wird aber nichts, es ist zuviel Wolle. Es reicht für eine Jacke oder einen Pullover. Denn es ist sooo viel Wolle:

Ein Strang mit einer anderen Farbe war noch dabei und ein handgefärbter Sockenwollestrang. Danke, danke, danke, liebe Christiane.

Die richtige Farbe ist mehr petrol, genau in dieser Farbe hätte ich meine Schafwolle für das CPH-Projekt auch gefärbt. Nun sieht sie noch so aus und wartet auf eine neue Farbidee von mir, petrol wird es nun nicht mehr, vielleicht ein dunkles grün.

Schafwolle weiß

Die Wolle ist Naturwolle von Ebay, von einem Schäfer, dessen Frau die Wolle gesponnen hat. So eine Hintergrundstory gefällt mir gut.

Das Wollschaf fragte:

Hast du Ufo’s? Wie kommt es zu ihrem Entstehen?

Angeregt durch die Blogeinträge im Strickforum und bei Knittaxa

Liebes Wollschaf,

klar habe ich UFOs, denn ich hasse das Vernähen der Fäden zum Schluss eines jeden Strickstücks.  Derzeit habe ich bestimmt 10 Paar nicht vernähte Socken und einen Pullover im Schrank. Eigentlich ist die Fertigstellung gar nicht so schlimm, wenn man sich erstmal ranmacht, aber wie gesagt, ich hasse es, die Fäden zu verstechen und zu vernähen. Ab und zu raffe ich mich dann aber auf, spätestens wenn Socken verschenkt werden sollen, muss ich die ja fertig machen.  Allerdings habe ich keine Stricksachen, die nicht fertig gestrickt sind. Da bin ich recht diszipliniert, obwohl ich manchmal auch mehrere Sachen zur gleichen Zeit stricke.

Das Wollschaf fragte:

Wenn ich mich so durch die Blogs klicke, fällt mir auf, dass ich nicht überall gleich gerne lese- was nicht am Inhalt liegt. Darum meine Frage: Wie ist ein Blog, den (oder das?)du gerne liest? Viele Smilies oder wenige? Schriftgröße? Textlänge? Bilder? Hintergrundfarbe? (etc. und natürlich auch Inhalt)

Herzlichen Dank an Wassilissa für die heutige Frage!

Ich denke, ein Blog muss

  • eine ansprechende Gestaltung haben, also das „Drumrum“,
  • viele Fotos zur Auflockerung,
  • nicht so viel Text, dafür aber wichtige Inhalte über die Fotos (z.B. welche Wolle, welches Muster usw)
  • einen kleinen Einblick in das persönlich Umfeld der Strickerin geben, also kann ein Strickblog auch Urlaubsfotos, Kochgeschichten und andere Sachen enthalten,
  • Smilies sind in Ordnung, geben sie doch persönliche Stimmungen wieder, das macht einen Blog individuell
  • ein guter Kontrast zwischen Hintergrund und Schriftfarbe ist wichtig,
  • zuviel gestalterische Elemente – z.B. mit Photoshop – überladen schnell das wesentliche, das mag ich nicht,
  • die Größe und Art der Schrift ist auch wichtig, allerdings habe ich bislang weder Schriftarten noch Schriftgrößen gesehen, die man nicht lesen oder verstehen kann, das ist also zweitrangig.

So, das war meine Antwort auf die Wollschaffrage in dieser Woche. Ich wünsche allen eine schöne Woche !

Beim Durchstöbern meiner Wollvorräte fiel mir die Anleitung eines echten isländischen Lopi-Pullunders ins Auge. Das wäre doch was zum Stricken zwischendurch, denn aufpassen muss man ja nur bei der Passe oben.

Das Muster ist jedoch auch nicht sehr kompliziert, ein paar Abnahmen noch und fertig, dachte ich.

Muster Lopi Westover

Gestrickt wird das aus den original isländischen Wollplatten Plötulopi und da beginnt mein Problem.

Der Faden reißt und reißt und ich weiß nicht, was ich machen  soll. Der Faden ist zu instabil. So kann ich doch nichts stricken, das Strickstück löst sich doch wieder auf und hat gar keine Stabilität. Die isländische Wollhändlerin meinte, man müsste den äußeren und den inneren Faden der Platte miteinander verwickeln, so dass das Ganze zweifädig wird, dann die Knäuel noch 2 x hin- und herwickeln, fertig und denkste. Hab ich gemacht. Auch mit dem Kreuzwickler, der wohl ein bisschen verdrillen sollte, aber es bringt nichts, der Faden reißt und reißt. Und wie bekommt man die gerissenen Enden wieder zusammen ?

Faden Lopi

Das ist vielleicht auch eine Frage an die Spinnerinnen und nicht nur die Strickerinnen: Was soll ich machen. Wie verzwirnt, verdreht, verdrillt man die beiden Fäden derart, dass sich nicht mehr reißen und die Wolle mehr Stabilität bekommt ? Wie fügt man die Enden wieder zu einem Faden zusammen ?

Es wäre schön, wenn ich ein paar Tipps bekommen könnte.

Da ist er nun, mein treuer Begleiter auf den Fahrten nach Island. Eigentlich könnte er mit den Wintersachen ersteinmal weggelegt werden, sollte er auch – doch dann habe ich gelesen, sich gerade die Islandwolle super zum Filzen eignet. Neiiiiiin ! Was ist, wenn wenn der Pullover beim Waschen gnadenlos schrumpft. Ich würde mich sonstwohin beißen. Aber ihn ewig ungewaschen lassen, geht auch nicht.

Lopi - Islandpullover

Ich bin noch ziemlich stolz auf den selbstgestrickten Islandpullover. Außerdem passt und wärmt er gut.

Also – ich versuch eine Handwäsche – und dann etwas schleudern in der Maschine. Drückt mir die Daumen ! Wenn es nicht klappt, sehr ihr hier demnächst die jahreszeitenuntypische Strickerei eines neuen Lopi – dann aus Polyschafen, ich schwörs !

Nach getaner Arbeit, sprich Wecken der Familie um Punkt 04:30 Uhr, Spielen und Toben, Vögel beobachten und Erquengeln von Extra-Leckerlies ist ein Nickerchen auf der Couch genau das richtige. Im eigenen Katzenkorb wäre es ja auch doof. Da hätten die Dosenöffner ja auch keine Katzenhaare auf den Klamotten, wie langweilig.

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