Juni 2008


Beim Hin- und Her-Überlegen, welche Wolle ich für welches Projekt mit in den Urlaub nehme, stieß ich auf meine Alpakawolle von Drops. Sie liegt hier schon ein paar Tage auf Vorrat und sollte der „february lady sweater“ werden. Etwas aus Alpaka wollte ich schon lange stricken. Da kam mir das Sonderangebot dieser norwegischen Wolle gerade Recht. Ich habe eine Maschenprobe gestrickt – zum Glück – denn nicht 23 Maschen sind 10 cm sondern 19. Das ist schon ein Unterschied.

Drops Alpaka Maschenprobe

Die Farbe ist leider nicht ganz getroffen. Die Wolle ist dunkler.

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Im Internet bin ich auf die Nordic KnitBlogs gestoßen. Da kann man die Blogs der dänischen, schwedischen, norwegische und finnischen Strickerinnen bewundern. Leider habe ich nichts aus Island gefunden. Die nordischen Länder mag ich ja eh besonders gern. Und etwas lesen und verstehen kann ich dänisch und norwegisch auch etwas, schwedisch ist da schon schwieriger aber finnisch, da verstehe ich leider kein Wort. Macht aber nichts, wenn schöne Bilder dabei waren, habe ich die Blogs dennoch abonniert und in meinen Google-Reader aufgenommen. Der wird nach meinem Urlaub sicher aus allen Nähten platzen.

Auf jeden Fall sind die Nordic KnitBlogs ein guter Tipp zum Stöbern

Und dann zogen noch 3 Bücher bei mir ein:

Fishermen\'s Sweaters

„Fishermen’s Sweaters“ von Alice Starmore. Von diesem Buch hatte ich in verschiedenen Blogs schon viel Gutes gehört. Bei mir gehört es in das Mittelfeld. Es gibt wesentlich schönere Bücher, sowohl von der Aufmachung als auch vom Inhalt.

Zum Beispiel:

Kinitting Ganseys

„Knitting Ganseys“ von Beth Brown-Reinsel. Hier sind Muster, Geschichte und Strickanleitungen liebevoll zusammengestellt worden. Für mich waren Ganseys bisher Pullover, die irgenwie hauptsächlich rechts/links-Muster hatten und vielleicht noch 1-2 Zöpfe. Aber ein richtiger Gansey hat auch einen anderen Schnitt, z.B. „the diamond-shaped underarm Gusset“, ein Trapez, das zum besseren Sitz und mehr Bewegungsfreihet unter dem Arm gestrickt wird. Das Buch enthält viele Muster und Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Das gefällt mir gut.

Aber den ersten Platz dieser drei Bücher bei mir bekommt unbestritten ….

Cable Confidence

… das Buch von Sara Louise Harper „Cable Confidence“. Zopfmuster – Zopfmuster – Zopfmuster – und was für welche. Ich bin total begeistert und werde aus diesem Buch sicher recht bald etwas nachstricken. Hier stimmt einfach alles, die Modelle, die Auswahl, die Farben, die Erklärungen. Ein tolles Buch.

Warum bitte bekommt man eigentlich  nicht so ein Buch in deutscher Sprache zu kaufen ? Warum übersetzt kein Verlag so ein tolles Buch ? Die deutschen Verlage scheinen noch zu schlafen, während auch hier im Lande unbestritten ein Handarbeitstrend eingesetzt hat.

Ich habe bei Amazon zugeschlagen und gerade habe ich das Paket vom Nachbarn abgeholt. Ich hab mir was gegönnt, bin lange drum rumgeschlichen:

Folk Socks

… und das es aus der Reihe noch mehr Bücher gibt, musste ich natürlich alle haben:

Folk Vests

und

Folk MIttens

Die Bücher beinhalten jeweils Modelle aus verschiedenen Ländern, einmal um die Welt. Mein absolutes Lieblingsbuch wird das Buch „Folk Mittens“ von Marcia Lewandowski. Hier sind die vorgestellten Handschuhe farbenprächtig, eine tolle Auswahl.

Das Buch „Folk Socks“ von Nancy Bush ist nicht schlecht, hat allerdings eine weitaus größere Konkurenz. Es gibt eine Vielzahl guter Sockenbücher, da gehört dieses eher ins untere Mittelfeld.

Und von „Folk Vests“ von Cheryl Oberle bin ich auch recht angetan. Mit dem Thema hatte ich mich bislang noch nicht weiter beschäftigt. Eine Weste strickt man halt, indem man dem Pullover keine Ärmel spendiert. Aber nein, es gibt da schöne Modelle, die durchaus nachgearbeietet werden können.

Alles in allem ein sehr guter Kauf, finde ich.

Gespannt war ich darauf, wie sich die Sockenwolle von Christiane verstricken lässt. Ein Gemisch aus 75%  Wolle und 25%  Bambus hatte ich noch nicht verstrickt. Von der Optik, der Elastizität und vom Anfassen erinnert es eher an Baumwolle. Hier würde sich also ein Lochmuster anbieten. Aber es sind immerhin 75 % reine Wolle, so dass ich mir kurzerhand ein Zopfmuster ausgedacht habe. Hier sind nun Bilder von den Anfängen – 64 Maschen, die Spitze mit einem Rechteck begonnen und dann zugenommen, Nadel Nr. 2, fürs Muster dann Nadel Nr. 2,5:

Socken v. Christiane mit Bambus

Socken v. Christiane mit Bambus 2

Zu den Farben brauche ist ja nichts zu sagen, außer – wenn du, liebe Christiane, jemals einen Wolleversand aufmachst, kaufe ich meine Wolle nur noch bei dir ! Genial !

Das Wollschaf fragte:

Viele Strickerinnen schreiben in ihren Blogs dass zur Fertigstellung noch das Vernähen der Strickstücke anstehen würde. Anscheinend macht das ja keiner so gerne… Ich frage mich, wie bei Socken die Anfangs- und Endfäden „vernäht“ werden, da hat man ja keine Naht, wo man den Faden verstecken kann.
Kann vielleicht mal jemand sein „Innenleben“ der Socken fotografieren und zeigen ?

Vielen Dank an Daniela für die heutige Frage!

Dies nur vorangestellt: Ich hasse es, die Fäden von Strickstücken vernähen zu müssen. Nun ja, die Fäden der zuletzt gestrickten Socken habe ich gerade vernäht, ein Bild ist also schlecht. Aber beim rechts/links Schaft wird der Faden nach innen und dann von oben nach unten in die innenliegenden rechten Maschen geführt. Bei der Spitze vernähe ich ihn auch auf der Innenseite, also links, einmal rundrum um die Spitze, dann mache ich zur Sicherheit noch einen kleinen Knoten und fertig ist die Socke. Eigentlich ist das kein großer Aufwand. Aber ich mag das gar nicht.

Bei diesem Wetter war das wahrlich kein Vergnügen, die warme Létt-Lopi Wolle zu verstricken. Aber nun ist der Pullunder fertig. Ein paar Änderungen habe ich noch vorgenommen. Der Rollrand unten hat mich genervt, ich habe einen zwei-rechts-zwei-links-Rand rangestrickt. Ebenso fand ich den Anfang der Passe über den Armen nicht so toll. Man konnte drunter gucken und sah die mitgenommenen Fäden auf der Innenseite. Also habe ich auch dort einen Rand rangestrickt. Damit sieht der Lopi eher aus wie ein kurzärmliger Pullover. Putzig, aber auf die Idee, ihn als kurzärmligen Pullover anzuziehen, kommt man wegen der dicken Wolle ohnehin nicht. Hier nun die Bilder:

Lopi-Pullunder 1

Lopi Pullunder 2

Lopi Pullunder 3

Ein paar Fäden muss ich noch verstechen,  und dann wird das gute Stück erstmal gewaschen. Die Spannungen in der Wolle der Passe müssen sich noch etwas ausgleichen. Ja, und dann gehts in den Schrank und ich hoffe auf richtigt kalte Tage im Winter.

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