Oktober 2008


hatte ich ja schon im September. Umso größer war die Freude, als heute ein Päckchen für mich kam. Unerwartet, besonders nach so einer Woche und mit tollem Inhalt:

Geschenk von ChristianeGeschenk von Christiane

Eine tolle Überraschung, die mich und Miezinger gleichermaßen erfreute. Selbst gefärbte Sockenwolle, Regia-Sockenwolle in einer schönen Farbkombination, Rosenholzstricknadel *schwärm*, Tee und Schokolade, eine Strickanleitung und eine Raschelkiste, in die der Kater fast reinpasst. Damit hast du meine Woche gerettet, liebe Christiane. Ich freue mich riesig. Mail folgt.

Montag: Es sind nur 3 Angestellte im Büro, dafür fast alle Chefs. Diese meinen natürlich, dass die eigenen Angelegenheiten die wichtigsten wären, man sich klonen könne und Aufgaben mit dem Verklingen des letzten Wortes aus dem Mund des Chefs bereits so gut wie erledigt wären.

Dienstag: Den Erfinder des elektronischen Handelsregisters, des EGVP, des Signatursystems könnte ich … – piep. Jedenfalls würde ich den gern mal treffen und fragen, was der sich dabei gedacht hat. Gern würde ich mit ihm mal den Arbeitsplatz tauschen, perfekt wäre der Dienstag gewesen. Ich bekomme Schnupfen. Das MOMiG ist verabschiedet worden, gilt ab 01.11., neu ist im deutschen Recht die Unternehmergesellschaft UG, eine GmbH ohne Stammkapital aber dafür mit vielen Tücken. Wer sich das ausgedacht hat, … -piep.

Mittwoch: Ich bin krank und liege mit erhöhter Temperatur zu Hause im Bett. Meine Kollegin kämpft derweil allein mit dem elektronischen Handelsregister. Der Chef grummelt, warum das so lange dauere. Ja, warum wohl ? Weil es halt so lange dauert und sich das jemand ausgedacht hat, der … – piep.

Donnerstag: Der Flughafen Tempelhof wird geschlossen. Ich kann es nicht mehr hören. Weder wurde ich oder meine Familie durch die Luftbrücke versorgt (das war ja auch bis 1949), noch bin ich jemals mit dem Flugzeug dort gestartet oder gelandet. Niemals stand Tempelhof auch nur auf der Liste meiner möglichen Abflugorte. Kein Verlust also, sondern bis dato vom Steuerzahler kräftig subventioniert. Mein einziger Besuch dort war, als die Lichtgestalt eines Hedgefonds (vor Immobilienkrise und Bankenskandal) geruhte, im GAT-Bereich ein paar Unterschriften und damit seinem Beitrag zu den vorgenannten Krisen zu leisten. Während des Wartens auf den Privatflieger hatte ich Sicht auf das Rollfeld und konnte die – nicht stattfindenden – Flugbewegungen beobachten. Also, da war wirklich nichts los, es stand anschließend nicht mal ein einziges Taxi bereit. Beeindruckt bin ich jedoch von dem Gebäude und konsequent wäre es gewesen, dieses schon beim Umzug der Bundesregierung und der Ministerien nach Berlin mit Leben zu erfüllen.

Freitag: Juhu, früher Feierabend, ein Päckchen von Christiane, und ein Sonderverkauf bei Scandalo-Schuhe hauchen mir wieder Leben ein. Ich glaube, jetzt wird alles wieder besser. Es gibt auch schöne Tage, danke Christiane.

Nachtrag Freitag: Horden von Halloween-Kindern klingen und wummern an unsere Tür. Manche sind schon älter, größer als ich. Die Tür bleibt zu. Ich kenne keines der Kinder. Kann mit Halloween nichts anfangen. Nicht hier in der Großstadt, in einem Hochhaus. Süßes gibt es nicht, wozu auch, der Sinn erschließt sich mir nicht. Das ist vielleicht lustig, wenn die Kinder in Amerika in den Vororten um die Häuser ziehen, die Nachbarn einander kennen, wo es Tradition hat, aber hier ? Neee, nicht mit mir.

Samstag: Fast eine Woche nach der Umstellung der Uhr. Ich hab immernoch Jetlag. Und wie bringt man so etwas dem Kater bei ? Umstellung auf Sommerzeit ist kein Problem, das Fresschen kommt eine Stunde früher, prima. Beim Rückstellen der Uhr allerdings klappt gar nichts. Ich werde angeschaut, als ob jede Fressenzeit um eine Stunde nach hinten verschoben wird für das nächste halbe Jahr. 360 x verspätetes Futter. Der Kater hat kein Verständnis und ich habe Schuld.

Ja, extrem lichtscheu ist der Noro-Schal, bei Dunkelheit gar nicht zu fotografieren. Tarnt sich sofort, sieht nur noch grau aus. Da musste ich ihn auf den Scanner legen, um überhaupt ein einigermaßen gutes Bild zu bekommen:

Hier nochmal die Daten:

Anleitung: Junghans

Wolle: Noro-Sockenwolle

47 Maschen in der Breite, ca. 2 Meter lang

kratzig (aber darauf steh ich ja)

schön geworden, finde ich

und – für mich

Noroschal

Noroschal

Das war ja ein ganz großer Wurf. Da sagt einer seine Meinung (und die Meinung vieler anderer) öffentlich im Fernsehen, kritisiert selbiges und – obwohl das als Journalistin ja gewissermaßen ihre Aufgabe ist – schmeißt das ZDF Frau Heidenreich raus.

Nun, ich bin weder Fan von Marcel Reich-Ranicki, noch habe ich auch nur eine Sendung „Lesen!“ von Frau Heidenreich gesehen. Ich mag ihre Bücher.

Dennoch, die Nichtannahme des Deutschen Fernsehpreises durch MRR und die daraufhin erfolgt Stellungnahme durch Frau Heidenreich fand ich gut, mutig und es war endlich an der Zeit, das Selbstbeweihräuchern in der Fernsehbranche, schlecht gemachte Formate und Herrn Gottschalk selbst mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Während MRR sich in der daraufhin erfolgten Aussprache mit Thomas Gottschalk auf Shakespeare zurückzog, mit Herrn Gottschalk anbandelte, alles relativierte und keine Stellung zum aktuellen Fernsehen bezog, dieses wohl auch nicht kennt, blieb Frau Heidenreich bei ihren Aussagen. Eine Frau – ein Wort. Nicht wankend, geprägt von persönlichen Befindlichkeiten, nicht borniert, sich gegen die gesamte Fernsehlandschaft richtend, konkret gegen die Preisverleihungsveranstaltung. Objekte Kritik mit objektiven Gründen.

Kritik müssen die Medien verkraften können, auf jeden Fall die öffentlich-rechtlichen, sonst wäre es Aus mit der Meinungsfreiheit, wir wären bei staatsgetragener Zensur und Willkür.

Hier musste die Falsche gehen, aus verkehrten Gründen.

Ich habe ja eine Weile nicht mitgemacht bei den Wollschaffragen, Urlaub und keine Zeit. Deshalb hier die komprimierten Antworten:

Die verstrickte Dienstagsfrage 43/2008

Martina, die selbst keinen Blog hat fragt:

Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben einen provisorischen Anschlag mit Hilfsfaden gemacht, um zuerst nach oben und dann nach unten zu stricken. Ahnungslos habe ich den Kreuzanschlag gemacht (der einzige den ich richtig kann) und dachte, ich kann ihn nachher einfach auflösen. Pustekuchen! Ich muss mühevoll den Hilfsfaden aus
jeder Masche herausziehen…kennt ihr eine bessere Möglichkeit für einen provisorischen Anschlag?

Herzlichen Dank an Martina für die heutige Frage!

Hier frage ich mich zuerst mal – wozu sollte ich später unten weiterstricken wollen ? Ich weiß es nicht. Ich habe es auch noch nie gemacht. Vielleicht kann ja mal jemand den Sinn erklären.

Die verstrickte Dienstagsfrage 42/2008

Beim Einräumen meiner Sockenschublade habe ich festgestelt, das ich diese fast nicht mehr zu bekomme. Und daraufhin habe ich mal gezählt wieviele Sockenpaare in meiner Schublade wohnen. Nun würde mich mal interessieren, wieviel Sockenpaare denn die anderen Strickerinnen so haben.

Herzlichen Dank an Michaela für die heutige Frage!

Ich habe genau 3 Paar Socken in Gebrauch und die anderen (ca. 15-20 Paar) sind neu und ungetragen in der Schublade. Ich stricke Socken erst seit ca. 3 Jahren und bislang sind noch keine kaputt gegangen. Allerdings trage ich die Socken nur zu Hause zum Jogginganzug auf der Couch und – wenn es richtig kalt ist – im Bett.

Die verstrickte Dienstagsfrage 41/2008

Seitdem ich mich in diversen Strickforen ‚rumtreibe‘, Bloggs lese etc., komme ich nicht mehr zum Stricken und sonstigem Handarbeiten. Geht’s Euch auch so? Wieviel Zeit verbringt Ihr mit Surfen im Netz im Vergleich zum Stricken und Umsetzen dessen, was Ihr dort an Anregungen gesehen habt?Herzlichen Dank an Brigitte für die heutige Frage!

Ja, klar ist das so aber in den Blogs, bei ravelry, in Zeitschriften und Büchern hat man ja auch viele Anregungen und Tipps, die man sonst nicht hätte. Über Blogs hat man Freundschaften geschlossen oder kennt auch unbekannterweise die tollen Strickarbeiten, an denen die Bloggerin arbeitet.

Für mich gehört das Internet, Bloggen, Bücher, Zeitschriften und das Stricken zusammen und ist nicht mehr zu trennen. Die Zeit wird halt aufgeteilt.

Hatte ich noch vor Kurzem über die Firma Regia bzw. Coats gemotzt, muss ich diese jetzt auf jeden Fall lobend erwähnen. Vergangene Woche fand ich in der Post ein Päckchen mit einem Brief, Gummtiersöckchen, einem Vorlagenheft und 3 Knäueln Regia Country Color 6-fädig.

Man entschuldigte sich dafür, dass ein Knoten in der von mir verstrickten Wolle war. Leider lässt sich das technisch nicht vermeiden, auch ist es nicht möglich, die Knäuel stets mit dem gleichen Farbanfang herzustellen. Warum eigentlich nicht ?

Aber gut, ich bin käuflich und habe mich über das Entschuldigungspaket wirklich gefreut. Und mit 3 Knäueln kann man auf jeden Fall gleiche Socken stricken, prima.

Regia Entschuldigungspaket

Regia Entschuldigungspaket

Aus der gestern gekauften Noro-Sockenwolle habe ich gerade einen Schal angeschlagen. Das Muster ist von Junghans, ich habe den Rapport nur verbreitert (jetzt 45 Maschen) und zwei weitere Randmaschen hinzugefügt, insgesamt sind es 47 Maschen.

Schal aus Noro-Sockenwolle

Schal aus Noro-Sockenwolle

Wer aus der Wolle allerdings Socken stricken will, der sollte sich darauf gefasst machen, dass die Wolle teilweise so dünn wie Nähgarn ist und teilweise dicker als 6-fädige Sockenwolle. Da das von Hersteller durchaus gewollt ist, hoffe ich mal nicht, dass man die dünnen Stellen an den Sohlen und der Ferse der gestrickten Socken schnell durchläuft.

Für Socken würde ich die Wolle definitiv nicht empfehlen, für eine Schal oder ein Kleidungsstück (Pullover, Jacke, Weste …) macht sich die Wolle – so denke ich – besser. Der Farbverlauf ist schön, beim Schal gibt es nichts zu meckern.

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