Das war ja ein ganz großer Wurf. Da sagt einer seine Meinung (und die Meinung vieler anderer) öffentlich im Fernsehen, kritisiert selbiges und – obwohl das als Journalistin ja gewissermaßen ihre Aufgabe ist – schmeißt das ZDF Frau Heidenreich raus.

Nun, ich bin weder Fan von Marcel Reich-Ranicki, noch habe ich auch nur eine Sendung „Lesen!“ von Frau Heidenreich gesehen. Ich mag ihre Bücher.

Dennoch, die Nichtannahme des Deutschen Fernsehpreises durch MRR und die daraufhin erfolgt Stellungnahme durch Frau Heidenreich fand ich gut, mutig und es war endlich an der Zeit, das Selbstbeweihräuchern in der Fernsehbranche, schlecht gemachte Formate und Herrn Gottschalk selbst mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Während MRR sich in der daraufhin erfolgten Aussprache mit Thomas Gottschalk auf Shakespeare zurückzog, mit Herrn Gottschalk anbandelte, alles relativierte und keine Stellung zum aktuellen Fernsehen bezog, dieses wohl auch nicht kennt, blieb Frau Heidenreich bei ihren Aussagen. Eine Frau – ein Wort. Nicht wankend, geprägt von persönlichen Befindlichkeiten, nicht borniert, sich gegen die gesamte Fernsehlandschaft richtend, konkret gegen die Preisverleihungsveranstaltung. Objekte Kritik mit objektiven Gründen.

Kritik müssen die Medien verkraften können, auf jeden Fall die öffentlich-rechtlichen, sonst wäre es Aus mit der Meinungsfreiheit, wir wären bei staatsgetragener Zensur und Willkür.

Hier musste die Falsche gehen, aus verkehrten Gründen.

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