Am kommenden Sonntag sind die Berliner aufgerufen, über die Einführung des Religionsunterrichts als mit dem Ethikunterricht gleichberechtigtes Wahlpflichtfach abzustimmen. Kurz – es geht um die Einführung des Religionsunterrichtes als reguläres Unterrichtsfach. Die Plakataktion der Befürworter über eine Wahlfreiheit ist da eher irreführend, denn neben dem Pflichtfach Ethik gab es auch bisher schon die Möglichkeit, den Religionsunterricht zu besuchen. Freiwillig.

Die Einführung des Religionsunterrichts als reguläres Unterrichtsfach ist im eher konfessionslosen Berlin mit immer mehr Kindern mit Migrationshintergrund sicher nicht erforderlich. Jeder, der es möchte, kann sich bisher auch schon zum Religionsunterricht der beiden großen Kirchen anmelden. Und es sind nicht die Kirchen allein, die Werte vermitteln können. Gesellschaftliche und menschliche Werte müssen vor allem aus den Familien kommen, ergänzend dazu werden Werte religionsübergreifend im Ethikunterricht bereits vermittelt. Dort kann auch die Vielfalt der Religionen erläutert werden, die Kinder – egal welcher Konfession – lernen dort gemeinsam. M.E. ist das ein guter und ausreichender Ansatz. Die Religion selbst sollte Privatsache und in der Familie bleiben, dafür kann nicht auch noch die Schule und der Staat verantwortlich sein.

Die Abstimmung mit „nein“ bedeutet also, dass es beim gemeinsamen Ethikunterricht als Pflichtfach für alle Schüler bliebt und Religionsunterricht nach wie vor belegt werden kann.

Die Abstimmung mit „ja“ bedeutet, dass die Schüler entweder Ethikunterricht oder Religionsunterricht als Wahlpflichtfach belegen müssen, die Schüler lernen nicht gemeinsam.

Die Argumente der Befürworter und Gegner der Kampagne kann man hier und hier noch einmal nachlesen.

Die Befürworter haben ganze Straßenzüge mit Plakaten überladen, jede Laterne hat ein Plakat, so der Weg von der Leipziger Straße bis zum Potsdamer Platz, mein morgendlicher Arbeitsweg:

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